KTM RC 125 und Yamaha YZF-R 125 im Vergleichstest | MOTORRADonline.de

2022-05-28 05:11:39 By : Ms. eunice wu

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Darauf hat nicht nur die Jugend gewartet – willkommen zum Titelkampf der sportlichen Achtelliter-Maschinen! In der orangenen Ecke: der Herausforderer KTM RC 125. In der blauen Ecke: der amtierende Champion Yamaha YZF-R 125. Kann der Newcomer aus Österreich dem japanischen Platzhirsch den Gürtel im Superleichtgewicht streitig machen? Fünf Runden, Ring frei!

Bäm – das hat gesessen. Als 2008 die Yamaha YZF-R 125 präsentierte wurde, war sofort klar, hier hat ein ­Sieger das Licht der Welt erblickt. Gewinnt auf Anhieb sämtliche Vergleichstests, absolviert mit Bravour die 25.000 Kilometer im MOTORRAD-Dauertest, ist ­begehrt wie Erste-Reihe-Tickets zum Klitschko-Fight. Über 12.000 Exemplare des Rennerles verkauften sich allein in Deutschland – in den letzten Jahren der absolute Bestseller im Yamaha-Programm und unter den Leichtkrafträdern. Doch die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Mit der 125 Duke rüttelt KTM seit 2011 schwer am Thron der Yamsel. Nur: Ein direkter Vergleich dieser beiden, Sportler gegen Naked, verbietet sich. Jetzt endlich steigt mit der KTM RC 125 der lang ersehnte Achtelliter-Racer aus dem Hause KTM in den Ring, bereit zum Kräftemessen im Duell des Jahres.

Der Herausforderer KTM RC 125 macht gleich beim Einzug in die Arena klar, was Sache ist: fetter, knallorangener Gitterrohrrahmen, Upside-down-Gabel, feine Alu-Gussschwinge, radialer Bremssattel, 150er-Hinterreifen, ABS. Kampfansage. Doch das sieht die blaue Ecke gelassen, durchlief die Yamaha YZF-R 125 doch Anfang des Jahres ein strammes Training in Form einer gründlichen Modellpflege. Seitdem trägt die YZF-R 125 ebenfalls eine USD-Gabel und Radialsattel, erhielt dazu ein digitales Cockpit und Modifikationen an Motor und Einspritzmapping. Geblieben ist die knackige Verkleidung im Stil der R6. Drahtig und sehnig sieht er aus, der Titelverteidiger, und kein Pfund zu viel attestiert auch die Ringwaage: 141 Kilogramm mit vollem Tank, 49 Prozent davon auf dem Vorderrad, 51 Prozent hinten. Fast perfekt. Etwas feister die RC 125: 154 Kilo, davon 53 Prozent auf dem Vorderrad. Woher die Pfunde kommen? Wie bei der Duke-Baureihe bauen auch RC 125, 200 und 390 auf demselben Chassis auf, die 125er kommt in den Genuss üppig dimensionierter Komponenten. Aber genug des Vorgeplänkels, Gong zur ersten Runde. Gentlemen, start your engines!

Problemlos springen die beiden wassergekühlten Vierventil-Einspritzer an. Erlaubt sind laut Statuten 15 PS, doch die KTM RC 125 setzt mit gemessenen 16,6 PS den ersten Punch. Aber auch die Yamaha YZF-R 125 steht mit 15,7 PS satt im Futter. Drehorgeln sind beide, logisch. Doch zwischen 3000 und 9000 Touren stellt die langhubige R 125 stets 1 bis 2 PS mehr zur Verfügung, erst kurz vorm Drehzahlbegrenzer überflügelt die Kantn dann die Yamsel.

Das Resultat: Eine knappe Sekunde nimmt die leichtere Yamaha YZF-R 125 der KTM RC 125 auf 80 km/h ab. Unentschieden steht es bei Kupplung und Getriebe, hier nehmen die beiden Athleten sich nichts. Während zur Präsentation der YZF-R 125 die Testmotorräder noch ein wenig hakelig schalteten, lag das gut eingefahrene Testexemplar gleichauf mit der geschmeidigen Gangbox der RC. Beide Kupplungen erfreuen mit geringer Handkraft und guter Dosierbarkeit. Insgesamt also Vorteil Yamaha.

Gleich in Runde zwei geht es ans Eingemachte: Fahrwerk. Hier teilt der Champion Yamaha YZF-R 125 ordentlich aus. Kompakt-stabiles Chassis, geringes Gewicht, schmale Bereifung – das ergibt ein messerscharfes Handling. Die Blaue setzt Impulse über Lenker oder Gewichtsverlagerung blitzartig in Richtungswechsel um. Delikat und konzentriert will sie gefahren werden, darauf muss man sich einstellen. Wer das aber beachtet, wird mit ungekannter Agilität belohnt. Das unterstreichen auch die Federelemente: straff, gut gedämpft, ehrlich und direkt.

Kurzum: Die Yamaha YZF-R 125 fährt so scharf, wie sie aussieht. Einen anderen Ansatz wählt KTM. Die KTM RC 125 fährt gutmütiger und vermittelt einen Tick mehr Stabilität, bietet dafür nicht ganz die tänzelnde Leichtigkeit der Yamaha. Das Grund-Setup der RC ist zwar recht soft, besonders das hintere ­Federbein lässt Dämpfung vermissen. Insgesamt aber überzeugt auch das RC-Handling. Nur eins trübt den Spaß bei der Kurvenhatz: die Wahl der Erstbereifung. Der ­revz-e-Pneu des indischen Zulieferers MRF kann nicht im Trockenen und erst recht nicht im Nassen den Grip des Michelin Pilot Sport der Yamaha aufbauen. Tiefschlag, Verwarnung, Punktabzug. Weil der Michelin zudem noch gutes Feedback liefert, schafft die Yamaha viel Vertrauen und lässt sich so richtig ordentlich abwinkeln.

Runde drei: Bremsen. Wieder startet der Champion offensiv. Fantastisch, mit welch glasklarem Druckpunkt, hervorragender Dosierbarkeit und heftigem Biss die Stopper der kleinen Yamaha YZF-R 125 vorn wie hinten ihren Job erledigen. Wer’s draufhat, bremst sich mit der Yamaha haargenau an die Blockiergrenze. Ein deftiger Rechtsausleger, doch die KTM blockt und kontert. Ihre ByBre-Vorderradbremse hat zwar einen etwas langen Leerweg und erreicht nicht die Transparenz der Yamaha-Anlage, doch auch sie verzögert auf hohem Niveau. Und: Der KTM-Treiber braucht keine Angst vor der Blockiergrenze zu haben, denn dort greift an der KTM RC 125 das serienmäßige ABS. Die Bedeutung dieses Sicherheitsnetzes in brenzligen Situationen kann kaum überschätzt werden, besonders an einer sportlichen 125er, und erst recht, da das Bosch-System der RC 125 bestens funktioniert. So geht diese Runde knapp, aber verdient an den Herausforderer mit dem ABS-Haken.

Ding, ding, ding: Runde vier, Alltag. Hier strauchelt die Yamaha YZF-R 125, bezahlt den Preis für ihre Racing-Ambition. Hohe Fußrasten, hohes Sitzpolster, niedrige Lenkerstummel, immerhin ein guter Knieschluss: Die Sitzposition ist Supersport mit allen Vor- und Nachteilen. Das bringt beim Heizen zwar viel Gefühl fürs Vorderrad, ist im Stadtverkehr aber etwa so kommod wie Arthur Abraham als Sparringspartner. Besser die KTM RC 125: Zwar ist auch deren Sitzhöhe mit luftigen 830 Millimetern angegeben, durch die weichen Federn reduziert sich diese aber beim Aufsitzen deutlich. Direkt in der Gabelbrücke verschraubt, liegen deren Lenkerstummel höher und weiter auseinander. Das ist mehr Langstrecken- als Sprintrennen und funktioniert im Alltag deutlich besser. Gleiches gilt für den Soziuskomfort. Das kleine, hohe Sitzbrötchen der Yamaha geht zusammen mit dem spitzen Kniewinkel bestenfalls als Notsitz durch, während dem clever gemachten, breiten und weich gepolsterten Beifahrersitz der KTM Praxistauglichkeit attestiert werden kann.

In puncto Ausstattung bieten beide Maschinen gehobenen Klassenstandard. Die Digitalcockpits informieren umfassend, neben Geschwindigkeit und Drehzahl gibt es zwei ­Tageskilometerzähler, Durchschnittsverbrauch, Tankuhr, Kühlwassertemperatur und Schaltblitz. Die KTM punktet mit einer Ganganzeige, dafür ist das größere Cockpit der Yamaha YZF-R 125 besser ablesbar. Gut gemacht sind viele kleine Details an der KTM RC 125: Ölstandskontrolle per Schau­glas, Serviceklappe vorm Tank für Batterie und Sicherungen, einfach zu demontierende Spiegel mit integrierten Blinkern sowie eine Aufnahme für Montageständer an der Schwinge. Das zeugt vom Praxis-Know-how der KTM-Konstrukteure. Wegen des höheren Gewichts der KTM dennoch Unentschieden.

Letzte Runde, Kosten. Richtig billig sind beide natürlich nicht, aber für um 4500 Euro bekommt man einiges geboten. Besonders die Verarbeitung und das Finish der von MBK in Frankreich gebauten Yamaha gefallen. Auch die in Indien von KTM-Partner Bajaj hergestellte KTM RC 125 wirkt sehr solide, nur die Schweißnähte am Rahmen sind stellenweise etwas rustikal. Punktabzug gibt es für die unschöne Rostsuppe, die bereits nach einigen Regenfahrten aus dem Rahmenheck auf die hintere Radabdeckung tropfte. Kurz vor Schluss bringt die Yamsel dann noch eine krachende Gerade ins Ziel: Schon die KTM erfreut mit 2,7 Liter Durchschnittsverbrauch, aber die 2,2 Liter der R 125 sind schlicht sensationell. Das ergibt eine theoretische Reichweite von über 500 Kilometern und schont den jungen Geldbeutel nachhaltig. Somit ist nach Ende der fünften Runde das Urteil der Ringrichter eindeutig: Punktsieg Yamaha YZF-R 125! Aber eins ist sicher: Die RC 125 hat ordentlich ausgeteilt. Auch sie wird nach diesem Duell viele Fans finden.

Auf die erlaubten 15 PS packt die Yamaha knapp eins, die KTM sogar knapp zwei. Doch Spitzenleistung ist nicht alles, wie das Diagramm beweist. Aufgrund der langhubigen Auslegung ist die Yamaha YZF-R 125 über den gesamten Drehzahlbereich kräftiger, das spürt man im Fahrbetrieb. Auf den Punkt gebracht: Die Yamaha darf gedreht werden, die KTM RC 125 will ausgequetscht werden.

Leistung an der Kurbelwelle. Messungen auf dem Dynojet-Rollenprüfstand 250, korrigiert nach 95/1/EG, maximal mögliche Abweichung ± 5 %.

  KTM RC 125 Yamaha YZF-R 125 Bauart Einzylinder-Viertaktmotor Einzylinder-Viertaktmotor Einspritzung 1x Ø 33 mm 1x Ø 28 mm Kupplung Mehrscheiben-Ölbadkupplung     Mehrscheiben-Ölbadkupplung Bohrung x Hub     58,0 x 47,2 mm 52,0 x 58,6 mm Hubraum 125 cm³ 124 cm³ Verdichtung 12,6:1 11,2:1 Leistung 1,0 kW (15 PS) bei 9500/min 1,0 kW (15 PS) bei 9000/min Drehmoment 12 Nm bei 8000/min 12 Nm bei 8000/min

  KTM RC 125 Yamaha YZF-R 125 Rahmen Gitterrohrrahmen aus Stahl     Brückenrahmen aus Stahl Gabel Upside-down-Gabel, Ø 43 mm Upside-down-Gabel, Ø 41 mm Bremsen vorne/hinten    Ø 300/230 mm Ø 292/230 mm Assistenz-Systeme ABS - Räder 3.00 x 17; 4.00 x 17 2.75 x 17; 3.75 x 17 Reifen 110/70 ZR 17; 150/60 ZR 17      100/80 R 17; 130/70 17 Bereifung MRF revz-e Michelin Pilot Street

  KTM RC 125 Yamaha YZF-R 125 Radstand 1340 mm 1355 mm Lenkkopfwinkel 66,5 Grad 65,0 Grad Nachlauf 88 mm 89 mm Federweg vorne/hinten     125/150 mm 130/114 mm Sitzhöhe¹ 830 mm 830 mm Gewicht vollgetankt¹ 154 kg 141 kg Zuladung¹ 181 kg 189 kg Tankinhalt/Reserve 10,0/1,5 Liter     11,5/1,2 Liter Service-Intervalle 5000 km 6000 km Preis 4595 Euro 4350 Euro Nebenkosten 250 Euro 150 Euro

KTM RC 125 Yamaha YZF-R 125 Höchstgeschwindigkeit 126 (114*) km/h    126 (120*) km/h Beschleunigung 0–80 km/h 9,4 sek 8,5 sek 0–100 km/h 16,5 sek 14,8 sek Durchzug 50–80 km/h 14,3 sek 11,4 sek Verbrauch Landstraße/100 km 2,7 Liter 2,2 Liter Reichweite Landstraße 370 km 523 km

  Maximale Punktzahl   KTM RC 125 Yamaha YZF-R 125 Höchstgeschwindigkeit 10 10 10 Beschleunigung/Durchzug    10 6 9 Motorcharakteristik 10 7 8 Starten 5 5 5 Kupplung/Schaltung 5 4 4 Summe 40 32 36

Beachtlich, wie die 125er rennen – gemessene 125 km/h Topspeed! Der Antrieb der Yamaha YZF-R 125 hat eine spürbar bessere Elastizität, die KTM RC 125 einen Tick mehr Spitzenleistung.

  Maximale Punktzahl     KTM RC 125   Yamaha YZF-R 125 Handlichkeit 10 7 8 Stabilität 5 4 4 Fahrwerksabstimmung    10 7 8 Summe 25 18 20

KTM RC 125   Yamaha YZF-R 125 Handlichkeit 10 7 8 Stabilität 5 4 4 Fahrwerksabstimmung    10 7 8 Summe 25 18 20

Handlich, straff, agil. Das knackige Fahrwerk der Yamaha YZF-R 125 macht an. Etwas softer, gutmütiger und ein wenig stabiler liegt die KTM RC 125 knapp dahinter.

  Maximale Punktzahl     KTM RC 125    Yamaha YZF-R 125 Bremsen 10 8 10 ABS 5 4 0 Licht/Sicht 5 4 4 Summe 20 16 14

Das hat nur KTM. Die KTM RC 125 rollt so wie die 125 Duke mit ABS an den Start. Die Bremse verzögert ansonsten gut, erreicht aber nicht den brillanten Biss der Yamaha YZF-R 125.

  Maximale Punktzahl    KTM RC 125    Yamaha YZF-R 125 Ausstattung 5 3 3 Gewicht 5 1 2 Sitzkomfort Fahrer    5 4 3 Summe 15 8 8

Die Sitzposition der KTM RC 125 ist im Alltag angenehmer als die der Yamaha, die sehr sportlich ausfällt. Die Yamaha YZF-R 125 punktet mit niedrigem Gewicht.

  Maximale Punktzahl    KTM RC 125    Yamaha YZF-R 125 Verarbeitung 5 3 4 Verbrauch (Landstraße) 10 9 10 Preis-Leistungs-Verhältnis   10 4 5 Summe 25 16 19

Schnäppchen sind beide nicht, aber der Gegenwert stimmt. Die Yamaha YZF-R 125 ist noch sparsamer und hinterlässt einen guten Qualitätseindruck.

  Maximale Punktzahl     KTM RC 125     Yamaha YZF-R 125 Gesamtwertung    125 90 97 Platzierung 2. 1.

1. Yamaha YZF-R 125 Souveräner Auftritt, Titel verteidigt. Die Yamaha YZF-R 125 gewinnt dank knackigem Fahrwerk, erstklassigen Bremsen und dem kräftigen und sparsamen Motor. Im Alltag und wegen des fehlenden ABS kassiert sie aber Treffer.

2. KTM RC 125 Intelligente Details, prächtiger Auftritt, stabiles Chassis, ABS. Es gibt viele gute Gründe, zur KTM RC 125 zu greifen – nur der MRF-Weltmarktreifen ist keiner davon. Gelungener Einstand trotz verpasstem Titel.

Freunde kompakter Supersportler können sich freuen, denn die Auswahl gebrauchter A1 Supersportler ist groß. Sowohl von der KTM RC 125, als auch von der Yamaha YZF-R125 findet man eine sehr vielfältige Auswahl am Gebrauchtmarkt, die zum Teil auch mit Zubehörteilen veredelt wurde. Hier der Preisvergleich: gebrauchte Yamaha YZF-R125 und KTM RC125 in Deutschland.

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